Sabine Pelzmann

Sabine Pelzmann

Bildhauerin und Autorin. Ob in Worte gefasst, in Stein gemeißelt, ob in Bronze gegossen – die Arbeiten von Sabine Pelzmann entstehen durch das kreative Wirken von Intuition. Gleichsam ein sichtbar gewordener Dialog zwischen Reflexion und Emotion.

Gestalt annehmen

In der Lyrik sind es Beobachtungen und Empfindungen, Dokumentationen eines Moments, die reifen, bis sie verdichtet zu Papier gebracht sind. Auch die Plastiken versteht die Künstlerin als Ergebnis eines Gestaltungsprozesses, bei dem Gedanken und Gefühle, Material und Technik gleichberechtigt beteiligt wirken: Skulpturen, die ihre Entstehung elementaren Kräften verdanken. Es sind Körper aus Stein und zunehmend aus Bronze. „Bronze erdet uns“, ist die Pelzmann überzeugt. Das Material fasziniert sie, auch „weil sich Bronzefiguren verändern, wenn wir sie öfter in die Hand nehmen.“

Unter dem Einfluss ihres Lehrers Christian Koller dominierten erst weibliche Formen, die Arbeiten der jüngsten Zeit verzichten auf geschlechtsspezifische Zuschreibungen. Sie assoziieren ganz allgemein Dynamik, Bewegung zueinander oder Trennung, Ordnung, Stillstand und Chaos und als wären sie vor einem Augenblick erstarrt, eingefrorene Momentaufnahmen von Metamorphosen des menschlichen Seins.

Die Welt einverleiben

Für die Künstlerin sind es Körper, die wie die Menschen im realen Leben im Dialog mit der Welt sind. Sie vergleicht sie mit einem leiblichen Gedächtnis, in dem sich die Geschichte des Lebens eingegraben hat. „Die Welt schreibt sich sozusagen in unseren Leib, während wir uns selbst über den Körper zum Ausdruck bringen. Die Aneignung von Welt, die Einverleibung der Welt, aber auch das Sich-Einnisten in der Welt ist etwas, das dem Körper nicht passiert, sondern sich als wechselseitiger Gestaltungsprozess vollzieht.“

Lebenslauf

  • Geboren 1966 in Maria-Saal in Kärnten
  • Lebt in Graz
  • Schülerin von Bildhauer Christian Koller, geb. 1949 (Studium der Bildhauerei bei Professor Fritz Wotruba an der Akademie der bildenden Künste und Studium der Kunsterziehung)
  • Arbeitet seit 2015 ausschließlich mit Bronze
  • Ausstellungen in Wien, Wels, Graz, Gmunden und Klagenfurt
  • Veröffentlichungen: Kurzgeschichten, Lyrik
  • Dramaturgieausbildung am Theaterinstitut der UNESCO

Künstlerische Würdigung

Ao.Univ.-Prof.Dr. phil Margit Stadlober, Institut für Kunstgeschichte der Universität Graz und Forschungsstelle Kunstgeschichte Steiermark, Oktober 2018

Salzburger Nachrichten, August 2018

Mag. Dr. Brigitte Ponta Zitterer, Landesmuseum Kärnten, Oktober 2017